1. März 2026 /

Lucia van Heesch

Autor des Monats – Markus Heitz

Beitragsbild mit Foto von Jeanine Krock als Autorin des Monats im Februar

Unser Autor des Monats März ist Markus Heitz. Er ist bekannt für seine lebhaften Fantasyromane, nervenaufreibenden Thriller und verzaubernden Kinderbücher. Im Interview spricht er über das Kreieren glaubhafter Horrorszenarien, die Wahl der Schauplätze für seine Geschichten und seine Pläne für die kommenden Jahre.


Du beschreibst dich selbst als Alt-Grufti, Schwarzträger und Teetrinker, spiegelt sich deine Identität in Figuren in deinen Büchern auch wider? Gibt es einen Charakter, mit dem du dich selbst identifizieren kannst?

Nicht direkt…

Aber es wird ja gesagt, dass Autorinnen und Autoren in ihren Büchern mehr von sich preisgeben, als ihnen bewusst ist. Kann sein, dass einiges von mir in Sachen Humor (Schwarz wie meine Seele…. die Nacht! Ich meine die Nacht!) eingeflossen ist.

Identifizieren? Am besten mit keiner Figur. Das kann nur schiefgehen. Vor allem wenn ich einen Bösewicht nennen würde oder so. Puh, ich meine, DA wäre mal was los. Würde ich aber nie. Nein, nein… höhö. Manche Charaktere „verstehe“ ich etwas besser, weil deren Motivation für mich nachvollziehbarer ist als bei manchen anderen Figuren. Ist auch bei meinen Leserinnen und Lesern garantiert sehr unterschiedlich.

Wenn du selbst in einer deiner Fantasywelten leben könntest, welche würdest du wählen – und warum? 

Bin ich verrückt?

Also, ich meine… anders verrückt?

Generell sind diese Welten mir alle viel zu gefährlich. Das kommt davon, wenn man keine Romance oder derlei schreibt, bei der eher harmlose und nette Szenarien am Start sind. Schätze ich. Hoffe ich zumindest! Ich wollte es ja nicht anders. Solange ich nicht unbedingt muss ODER nicht mit einem unsichtbaren Schutzschildgenerator in meine Welten eintauchen kann, bleibe ich lieber Beobachter. Safety first!

Du hast in vielen Genres geschrieben – von Fantasy über Horror bis Kinderbuch. Gibt es ein Genre, das sich für dich wie zu Hause anfühlt, und eines, das du noch ausprobieren möchtest?

Fantastik im Allgemeinen ist natürlich meine Homebase, wobei ich da Vampirromane und Dark Fiction miteinbeziehen möchte. Das gehört zur Fantastik für mich dazu, wobei klassische Fantasy ebenso dort angesiedelt ist. Ich weiß, verwirrend. Aber das ist schon wieder Deep Talk, was Genres angeht. Das wäre ein eigener Artikel.

Ein Genre, das mir noch fehlt? Mh… Arztromane will ich hundert Prozent ausschließen, außer es wäre Satire oder wie „Scrubs“.

Ein reiner historischer Roman, das wäre noch schick! Wir werden sehen, was die Zeit bringt.

In Death DNA bewegst du dich stark zwischen Leben und Tod und verbindest Horror mit einem realwissenschaftlichen Ansatz. Was reizt dich an dieser Grenzerfahrung, und wie findest du die Balance zwischen wissenschaftlicher Idee und erzählerischer Spannung?

Für die Leserinnen und Leser kommt ein Horror-Szenario, das sie entweder selbst ohne Vorkenntnisse nachvollziehen können oder das ihnen plausibel erklärt wird, natürlich viel heftiger vor – und könnte Teil ihres Lebens werden bzw. sein! Das macht es um so grusliger, schauderhafter, schrecklicher – gleichzeitig geschieht es „nur“ in einem Roman. Sie sind also sicher vor dem Szenario und der Bedrohung. Auch für mich ist es spannend mit dem „was wäre wenn“ zu spielen, gerade wenn es eben wissenschaftliche Ansätze zu einem Grusel/Horror/Schauder-Thema gibt.

Beim Erzählen geht es darum, nicht zu viel Info Dump abzuwerfen und in den Erklärbärmodus zu verfallen. Ruiniert die Stimmung.

Daher: So viel Infos wie nötig, der Fokus bleibt auf Handlung und Dramaturgie. Denn wenn es die Leserinnen und Leser interessiert, googeln sie selbst und tauchen tiefer ein. Freiwillig. Bildungsauftrag – check!

Ob Forschungsschiff im Sturm oder Großstadtmilieu mit internationalen Verbrecherstrukturen – Orte spielen bei dir eine große Rolle. Wie entwickelst du Settings, die sofort Spannung und Atmosphäre transportieren?

Genau danach – was gibt der Ort her? Wie steigert es das Geschehen an sich? Welche Möglichkeiten habe ich durch den Ort und das Setting? Noch besser wird es, wenn es reale Orte oder Settings sind, die bereits bekannt für etwas sind. Auch damit kann man perfekt spielen und noch mehr aus Geschehen herausholen. Nach Möglichkeit reise ich auch gerne mal hin, um es mir anzuschauen. Daraus ergeben sich oft weitere Optionen.

Das Jahr ist ja noch relativ frisch, dürfen wir neue Geschichten von dir erwarten? Hast du bereits Pläne für kommende Projekte, die du mit uns schon teilen kannst?

Also… ich … habe jetzt meine Ideen durchsortiert, gesichtet und einen Plan entworfen (ja, ich plane meine Romane und Erscheinungstermine). Was soll ich sagen? Mein Schreibkalender ist jetzt voll bis – 2029. Kein Witz, wirklich. Von Horror über Thriller bis Kinderbuch und eine Prise Fantasy(!) ist alles dabei. Und auch im Selfpublishing könnte es -je nach Zeitlage- noch Neues geben.

Warum hast du dich für tolino media entschieden?

Tolino ist ein Kind aus dem klassischen Buchhandel, und das sagt mir schon zu. Jedes Buch bekommt automatisch eine ISBN, ist von jedem Händler und jeder Händlerin zu beziehen und kann somit ein Teil des tollen stationären Angebots vor Ort sein. Gleichzeitig wünsche ich mir natürlich, dass der Handel davon rege Gebrauch macht und professionelle Selfpublishing-Titel, egal ob Hybridautor*in oder reines Selfpublishing, einkauft und den Kunden in den Geschäften anbietet. Wir wissen alle, dass Sichtbarkeit ein riesiger Faktor ist, ob in der Auslage oder online.

Weitere Informationen zu unserem Autor des Monats, Markus Heitz, findet ihr auf Instagram oder auf seiner Website.

Hier findet ihr unsere Autorin des Monats Februar: Jeanine Krock.

Geschrieben von

Lucia van Heesch

Lucia van Heesch studiert Englische Literaturen und Kulturen im Master und arbeitet bei tolino media als Werkstudentin. Außerhalb der Arbeit findet man sie viel in den Universitätsbibliotheken, im Kino oder mit einem guten Buch eingemummelt auf der Couch.

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