Unsere Autorin des Monats im November, Kiki Lion, veröffentlicht unter drei Pseudonymen und schreibt neben ihrer Cosy Crime Serie auch Thriller und Liebesromane. Ihre charaktergetriebenen Geschichten fesseln die Leserschaft und zaubern ihr fast immer ein Lächeln ins Gesicht.
Du kommst ursprünglich aus dem journalistischen Bereich. Inwiefern hilft dir deine journalistische Herangehensweise beim Schreiben deiner Krimis?
Im Journalismus gilt es, Neuigkeiten möglichst kurz und prägnant zusammenzufassen, aber auch so anzuteasern, dass jemand Lust hat, den Artikel zu lesen. Beim Schreiben meiner Bücher hilft mir das dabei, auf den Punkt zu kommen und einen Sog zu entwickeln, dem man sich nur schwer entziehen kann.
Als Journalistin ist vor allem die Recherche das A und O, außerdem lernt man die unterschiedlichsten Menschen kennen und bekommt ziemlich vielfältige Storys mit. Das hilft sehr dabei, sich in die verschiedensten Geschehnisse und Charaktere hineinzuversetzen.
Doch es gibt auch einen großen Unterschied zum Journalismus: Beim Schreiben meiner Krimis kann ich mich viel kreativer ausleben. Denn während die Realität durchaus ihre brutale Härte zeigen kann, darf es in den Cosy Crimes noch ruhig und gemütlich zugehen.
Du bewegst dich fließend zwischen Cosy Crime, Young Adult und Romance. Gibt es ein Genre, das dir besonders viel Freude bereitet?
Ich liebe die Vielfalt und möchte kein Genre missen. Ursprünglich habe ich mit den Jugendthrillern angefangen. Doch Cosy Crime hat mich schon immer gereizt. Es bietet die ideale Mischung aus Spannung und Erholung.
Liebesgeschichten faszinieren mich wegen ihrer unbeschwerten und unterhaltsamen Art, während die Thriller durchaus düster sind und menschliche Abgründe beleuchten.
Ich finde, Cosy Crime liegt irgendwo dazwischen: Spannend, aber auf eine leichte Weise. Ich denke, deshalb lasse ich mein Seniorinnentrio auch so fleißig in den Cotswolds ermitteln.
Dich zeichnet als Autorin etwas ganz Einzigartiges aus. Du veröffentlichst unter drei verschiedenen Pseudonymen! Welche Gründe hast du hierfür?
Mir war es wichtig, die einzelnen Genres voneinander abzugrenzen. Da sie so unterschiedlich sind, habe ich mich für jeweils eigene Pseudonyme entschieden: Kiki Lion für Cosy Crime, Jenny Neely für Thriller und Debbie Joy für Romance.
Zwar gibt es zwischen den einzelnen Büchern auch Schnittmengen und ich weiß von einigen Lesenden, dass sie alle drei Genres lesen. Doch in der Regel möchte jemand, der nach einem neuen Liebesroman sucht, keinen spannungsgeladenen Thriller lesen.
Mit den Pseudonymen möchte ich also verhindern, dass keine falschen Erwartungen geweckt werden. Wer Kiki Lion kauft, weiß so direkt, dass Cosy Crime drinnen ist.
Drei Pseudonyme, drei Genres und eine Katze, die sich ständig auf deine Tastatur legt! Was ist die größte Herausforderung in deinem Schreibprozess?
Wie immer ist es natürlich die Zeit. Mein Kopf ist voller neuer Ideen, nur kann ich sie unmöglich alle gleichzeitig umsetzen. Das endet dann also schon mal im kreativen Chaos, weshalb ich strikt nach Plan arbeite, um mich nicht zu verzetteln.
Abgesehen davon liebe ich das Schreiben, nur die Überarbeitung ist gar nicht meins. Am liebsten würde ich gleich nach dem Beenden eines Manuskripts das nächste anfangen. Aber die eigentliche Arbeit fängt halt erst nach dem Schreiben an. Mit dabei ist immer mein Kater, der manchmal jedoch seine ganz eigenen Pläne hat.
Besonders bekannt bist du ja für deine Cosy Crime Serie „Old Alley Town“, die diesen Monat sieben Bände zählt. Wie schaffst du es, bei Leser*innen gleichzeitig eine ausgelassene Wohlfühlstimmung und eine krimitypische Spannung zu erzeugen?
Ich glaube, es liegt an den vertrauten Charakteren, die man als Leser*in begleiten darf. Viele haben mir schon berichtet, dass sie das Gefühl haben, gemeinsam mit dem Trio die Fälle zu lösen. Man ist immer hautnah mit dabei und erlebt sowohl die schönen als auch die spannenden Momente gemeinsam mit Leah Page und ihren Freundinnen.
Dadurch ist man immer ganz nah am Geschehen, aber biegt schon mal auf die zahlreichen falschen Fährten ab. Auf diese Weise kann man mitraten, wer den Mord begangen hat, und wird selbst ein Teil des Trios.
Ich denke, es liegt vor allem an dieser Mischung aus dem Alltäglichen und Nahbaren und auf der anderen Seite der spannenden Frage: Was, wenn in einem idyllischen Örtchen wie Old Alley Town wirklich ein Mord geschieht und die Polizei nichts unternimmt? Was, wenn die sympathische Seniorin von nebenan wirklich unter Mordverdacht gerät? Ich glaube, dass das den Reiz ausmacht: Entspannung und Nähe gepaart mit Spannung und Crime.
Warum hast du dich für tolino media entschieden?
Mir war es sehr wichtig, meine Bücher auch für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Über tolino media hat man die Möglichkeit, direkt in den Buchhandel zu kommen und damit in stationären Buchhandlungen bestellbar zu sein. Dieses Konzept hat mich sehr angesprochen und ich bereue die Entscheidung nicht.
Ganz im Gegenteil: Das Team hinter tolino media ist super hilfsbereit, unterstützt bei vielen Aktionen und entwickelt immer neue kreative Wege, die Bücher sichtbar zu machen. Ich freue mich deshalb sehr, mit meinen Geschichten ein Teil hiervon sein zu dürfen.
Weitere Informationen zu unserer Autorin des Monats, Kiki Lion, findet ihr auf Instagram, auf ihrer Website, auf TikTok und auf YouTube.
Hier findet ihr unsere Autorin des Monats Oktober: Eva Perkics.
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