Unsere Autorin des Monats Februar ist Jeanine Krock. Mit ihren sommerlichen Romanen, fantasievollen Welten und historischen Geschichten entführt sie ihre Leserinnen und Leser an besondere Orte und in bewegende Zeiten. Im Interview spricht Jeanine darüber, warum sie Geschichten liebt, die im Norden spielen, was Liebe, Magie und historische Elemente für sie bedeuten und wie sie mit Herausforderungen beim Schreiben umgeht.
Du schreibst gerne Geschichten, die an nördlichen Orten spielen. Was fasziniert dich so sehr an den nordischen Ländern?
Mich zieht es schon sehr lange in den Norden, und ich glaube, das ist eine Mischung aus Herkunft, Sehnsucht und einer großen Liebe zum Meer. Die nordischen Länder haben für mich etwas Ehrliches: klare Landschaften, wechselhaftes Wetter, viel Licht – und genauso viele Schatten. Nichts ist dort laut oder aufdringlich, aber alles ist spürbar. Das kommt meiner Art zu erzählen sehr entgegen.
Island hat dabei einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen – nicht zuletzt wegen der Pferde, dieser unglaublichen, klugen, eigensinnigen Wesen, die perfekt zu dieser rauen, poetischen Landschaft passen. Der nordeuropäische Kulturraum insgesamt fasziniert mich: die Nähe zur Natur, das selbstverständliche Nebeneinander von Melancholie und Lebensfreude, die Art, wie Geschichten erzählt und gelebt werden. Und dann sind da natürlich Schottland und Irland, mit ihrer Geschichte, der Magie und diesem Gefühl, dass hinter jeder Biegung noch etwas Uraltes wartet.
Liebe, Magie und Historisches spielen alle eine Rolle in deinen Büchern. Was verbindet dich mit diesen Themen?
Liebe, Magie und das Historische gehören für mich zusammen, weil sie unterschiedliche Ebenen desselben erzählen: wie Menschen fühlen, handeln und Sinn suchen. Liebe steht dabei nicht über allem, aber sie ist präsent – in unterschiedlichsten Formen. Sie taucht in beinahe jeder berührenden Literatur auf, weil sie Beziehungen sichtbar macht: zwischen Menschen, zu Orten, zu sich selbst. Deshalb schreibe ich Liebesromane – nicht, weil Liebe außergewöhnlich wäre, sondern weil sie grundlegend ist.
Die Magie gehört für mich ganz selbstverständlich zum Leben, wie der blaue Himmel an schönen Tagen. In meinen Urban-Fantasy-Geschichten möchte ich sichtbar machen, was sich dem rein Rationalen entzieht: Intuition, innere Bewegung, Momente, in denen sich etwas verschiebt, bevor man es benennen kann.
Zum Historischen bin ich über meine Ausbildung und frühere Arbeit als Kostümbildnerin gekommen. Moden, Lebensräume und Rituale lassen sich nicht verstehen, ohne den Alltag der Menschen zu kennen, die sie geprägt haben. Für bestimmte Epochen habe ich mich schon früh besonders interessiert, und dieses Wissen – ergänzt durch gezielte Recherche – fließt bis heute in meine Geschichten ein.
Was alle Themen verbindet, ist mein Blick auf das Menschliche. Zeiten ändern sich, Welten auch – aber Gefühle, Sehnsüchte und Entscheidungen bleiben erstaunlich konstant.
Du schreibst unter verschiedenen Pseudonymen. Was hat dich dazu bewegt, unter so vielen Namen zu veröffentlichen?
Ganz nüchtern betrachtet waren meine Pseudonyme häufig eine Konzession an den Buchhandel, an die Leser*innen und sind zumeist von Verlagen gewünscht. Sie sollen dabei helfen, meine Romane klar nach Genre, Ton und Handlungsort zuzuordnen. Wer zu einem bestimmten Namen greift, soll ziemlich genau wissen, welche Art von Geschichte sie erwartet – das schafft Orientierung und Vertrauen.
Pseudonyme haben allerdings auch eine Schattenseite: Viele Leser*innen suchen Autor*innen nicht übergreifend auf ihren Websites oder in Social-Media-Kanälen, sondern bleiben bei dem einen Namen, den sie kennen. Dadurch geht oft verloren, wie vielfältig viele von uns tatsächlich schreiben. Das ist für alle Beteiligten bedauerlich – für die Leser*innen ebenso wie für uns Autor*innen. Deshalb sind meine selbst publizierten Romane zusätzlich unter meinem Hauptnamen Jeanine Krock zu finden. So können Leser*innen, die möchten, die Verbindung zwischen den unterschiedlichen Welten entdecken, über die ich schreibe.
Gibt es Schwierigkeiten, die beim Schreiben aufkommen? Wenn ja, was für welche, und wie gehst du damit um?
Die gibt es. Eine der größten ist, im Alltag die nötige Ruhe und Konzentration zu finden, denn Romanfiguren halten sich nicht an Bürozeiten.
Ich gehe damit pragmatisch um. Ich setze mich an den Schreibtisch und beginne, auch an Tagen, an denen die Sätze sich erst widerwillig zeigen. Nicht alles, was entsteht, ist sofort gut, aber fast alles lässt sich überarbeiten – eine leere Seite hingegen nicht.
Meine Figuren sind ohnehin so eine Sache für sich. Ich kann sie im Vorfeld so gut planen, wie ich will, im Laufe der Handlung entwickeln sie sich weiter und werden zuweilen regelrecht eigensinnig. Manchmal folgen sie bereitwillig dem geplanten Weg, an anderen scheinen sie eigene Vorstellungen davon zu haben, was als Nächstes geschehen soll. Das nehme ich inzwischen als Hinweis, genauer hinzusehen. Meist möchten sie mir etwas über sich erzählen, das ich noch nicht ganz verstanden habe.
Ein wenig Humor hilft dabei sehr. Schreiben ist ein Handwerk und ernsthafte Arbeit, aber man kommt deutlich besser voran, wenn man sich selbst und den Prozess nicht zu wichtig nimmt. Jedenfalls gilt das für mich.
Hast du einen Lieblingsort zum Schreiben?
Am besten schreibe ich tatsächlich am Schreibtisch. Ich brauche einen festen Ort, an dem ich ankommen und bleiben kann, mit Ruhe, Überblick und einer gewissen Verlässlichkeit. Ideal ist ein Blick nach draußen – aufs Meer oder in den Garten –, weil mir Weite und Licht helfen, die Gedanken fließen zu lassen.
Sehr wichtig ist dabei mein Hund. Er sorgt zuverlässig dafür, dass ich nicht vergesse, zwischendurch aufzustehen, frische Luft zu schnappen und den Kopf freizubekommen. Diese kleinen Unterbrechungen sind oft genau das, was es braucht, damit eine Szene sich anschließend wieder öffnet.
Der perfekte Schreibort ist für mich also kein romantisches Café, sondern ein vertrauter Platz, an dem Arbeit und Leben sich gut ergänzen – mit Aussicht, Struktur und vier Pfoten, die daran erinnern, dass Geschichten zwar Zeit brauchen, aber Pausen auch.
Das Jahr hat gerade neu angefangen. Was sind deine Pläne für 2026? Neue Buchprojekte, auf die wir uns freuen können?
2026 fühlt sich für mich nach einem Jahr des Wiedersehens und der neuen Türen an. Es gibt vertraute Orte, zu denen ich zurückkehre, und neue Welten, die endlich erzählt werden wollen.
Im charmanten Dorf Svanholmen, auf der gleichnamigen schwedischen Ostseeinsel, erzähle in „Wiedersehen in Svanholmen“ ich diesmal von Emma, die nach einem Burnout auf die Insel reist, eigentlich nur, um sich für den Neustart ihrer Karriere zu stärken. Überraschend trifft sie dort ihre Jugendliebe Magnus wieder, einen Hufschmied, der bodenständig lebt und fest mit der Insel verwurzelt ist.
Es ist eine Liebesgeschichte über zweite Chancen und darüber, die eigenen Wünsche wieder ernst zu nehmen – und herauszufinden, was im Leben wirklich zählt.
Außerdem erscheint „Darlington – Eine zauberhafte Saison“ in einer Neuauflage. Dieses Buch liegt mir sehr am Herzen, und ich freue mich, ihm noch einmal neues Leben einhauchen zu können – behutsam überarbeitet, aber mit dem Charme und der Magie, die es von Anfang an ausgemacht haben.
Und dann wartet im Herbst 2026 etwas ganz Neues: Witches of Whychford. Diese Reihe führt in ein äußerst ungewöhnliches irisches Dorf mit viel Atmosphäre, Magie und eigenwilligen Figuren. Es wird gemütlich, geheimnisvoll und manchmal auch ein wenig gefährlich – eine Geschichte über Zugehörigkeit, Verantwortung und die Frage, was es heißt, seinen Platz zu finden.
Langweilig wird es also nicht. Und ich freue mich sehr darauf, diese Geschichten im Laufe des Jahres mit meinen Leser*innen zu teilen.
Warum hast du dich für tolino media entschieden?
Auslöser war der Wunsch, meine Bücher bewusst über eine europäische Plattform zu veröffentlichen. Das passt zu meinen Stoffen, zu meinen Leser*innen – und zu meinem eigenen Selbstverständnis als Autorin.
Ebenso wichtig ist mir der persönliche, hilfsbereite und schnelle Support. Bei tolino media habe ich das Gefühl, mit echten Menschen zu arbeiten, die ansprechbar sind und zuverlässig unterstützen, wenn Fragen rund um die Buchveröffentlichung auftauchen. Dies schafft nicht nur Vertrauen, es macht den gesamten Prozess deutlich entspannter. Global agierende Konzerne können oder wollen das nach meiner Erfahrung nicht leisten. Dort leidet die Sichtbarkeit zudem immer mehr unter einer riesigen Menge nachlässig übersetzter oder nach fragwürdigen Gesichtspunkten produzierter Bücher.
Die Kombination aus direktem Kontakt und verlässlicher Qualität hat mich schnell überzeugt. tolino media lässt mir die Freiheit, meine Bücher eigenständig zu veröffentlichen – und steht mir zugleich dort zur Seite, wo es sinnvoll ist.
Weitere Informationen zu unserer Autorin des Monats, Jeanine Krock, findet ihr auf Instagram oder auf Facebook.
Hier findet ihr unsere Autorin des Monats Januar: Katja Kleiber
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