Talia May ist unsere Autorin des Monats Juni – Pride Month. Doch auch außerhalb dieses Monats sorgt Talia mit ihren sapphischen Geschichten für die Sichtbarkeit queerer Menschen. Im Interview erzählt die junge Autorin davon, wie sie authentische sapphische und queere Beziehungen darstellt und wie sie Pride Month als Autorin und im persönlichen Leben wahrnimmt.
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Womit hat es angefangen?
Ich habe nie geplant, Autorin zu werden oder mit dem Schreiben anzufangen. Deswegen kann ich keinen genauen Zeitpunkt nennen. In mir lag einfach immer so viel Kreativität, dass aus ihr eine Kurzgeschichte wurde. Diese zeigte ich meiner Mama und sie sagte: „Mach weiter! Du hast Talent!“ Also, mit der Überzeugung meiner Mama hat alles angefangen. 🌸
Deine Bücher drehen sich viel um sapphische Beziehungen und queere Menschen. Worauf achtest du da besonders bei der Darstellung?
Dass es authentisch und echt ist. Gerade sapphische Bücher oder Serien sind voller Klischees. Diese vermeide ich bewusst. Sapphische und queere Beziehungen sind wie alle anderen auch: normal und voller Liebe.
Du lässt dich beim Wandern mit deiner Hündin gerne von der Natur inspirieren. Gibt es Geschichten oder Szenen, die direkt aus solchen Momenten entstanden sind?
Tatsächlich ja! Mein aktuelles Buchprojekt (ist noch geheim) hat sehr viele Stellen, die mir während des Wanderns eingefallen sind. Ich zücke dann mein Handy, schreibe alles in meine Notiz-App und zuhause entsteht eine komplette Szene.
Wie findest du die Balance zwischen ernsten, gesellschaftlichen Themen wie mentaler Gesundheit und einer gleichzeitig leichten, liebevollen Geschichte?
Der Grat ist sehr schmal, denn es ist wichtig, aufzupassen, dass die mentale Gesundheit nicht zum Klischee wird. (Wunderheilung durch Liebe usw.) Da ich aus eigener Hand aber weiß, dass es auch wunderschöne Momente in dieser Heilungszeit gibt, die sich mit Leichtigkeit verbinden lassen, entstehen so die schönsten Geschichten. Mit echtem Herzschmerz, aber auch dem wunderschönen Neuanfang in ein passendes Leben.
Juni ist nicht nur dein Monat als Autorin des Monats, sondern auch Pride Month. Wie erlebst du diesen Monat als Autorin?
Gerade als Autorin für sapphische Romane sehr gemischt. Die Bücher, die ich schreibe, stehen noch viel zu selten in Buchhandlungen. Die generelle Auswahl für queere Geschichten in Läden ist leider noch viel zu gering. Es gibt so viel Abwechslung auf dem queeren Buchmarkt, dass wir Regale damit füllen können. Was ich aber gerade in diesem Monat schön finde, ist der Zusammenhalt zwischen meinen Kolleg*innen und mir. Unser Ziel ist es nicht: Wer hat die meisten Verkäufe? Sondern: Wie sorgen wir dafür, dass uns mehr Menschen entdecken? Und das machen wir gemeinsam.
Was bedeutet dieser Monat persönlich für dich, jenseits von bunten Flaggen und Paraden?
Für mich ist Pride Month jeden Monat, jeden Tag, immer. Ich kämpfe 24/7 gegen Ausgrenzung, Stigmatisierung und Diskriminierung. Früher mit sehr viel Angst, heute mit Stolz und Offenheit. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig so laut wie möglich zu sein. Irgendwo ist es aber auch schön, einen Monat zu haben, in dem die Öffentlichkeit dann doch einmal näher hinsieht, obwohl sie das jeden Tag tun sollte.
Hast du besondere Aktionen, Events, Veröffentlichungen für den Pride Month geplant?
Am 14.06.2026 erscheint meine neue Kurzgeschichte. „Don’t run away before it’s Checkmate“ wirft einen Blick auf die weibliche Lust und darauf, dass es vollkommen normal ist, sie auszuleben. Female Empowerment, casual queer & feministisch.
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Weitere Informationen zu unserer Autorin des Monats, Talia May, findet ihr auf Instagram und auf der Homepage.
Hier findet ihr unsere Autorin des Monats Mai: Antonia Vitz.







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