1. September 2026 /

Luise Finsterbusch

Autor des Monats — Mikkel Robrahn

Beitragsbild mit Foto von Mikkel Robrahn als Autor des Monats im September

Unser Autor des Monats im September, Mikkel Robrahn, ist waschechter Norddeutscher: der trockene Humor wurde ihm gewissermaßen mit in die Wiege gelegt. Kein Wunder, dass sein neuster Buchheld Magnus Knut Hansen genau mit diesem rauen Charme besticht – und viele Herzen (ob norddeutsch oder nicht) für sich gewinnt. Im Interview gibt Mikkel weitere Einblicke in den Schreibprozess seines aktuellen Romans und spricht darüber, was das Schreiben für ihn bedeutet und welche spannenden Projekte ihn außerdem auf seinem Weg begleitet haben.


Dein aktueller Titel rund um Magnus Knut Hansen musste ja sozusagen geschrieben werden, denn die Community war bereits von der ersten öffentlichen Erwähnung an mit im Boot. Hat sich der Schreibprozess deshalb auf bestimmte Weise von dem Verfassen deiner anderen Werke unterschieden? 

Dadurch, dass da schon eine bestehende Community war, hat sich der Schreibprozess durchaus verändert. Unter meinen Videos gab es immer wieder Kommentare mit Ideen, Vorstellungen und Gedanken, die ich aufgreifen konnte. Gleichzeitig war es mir sehr wichtig, dass nur zu einem gewissen Maße zu machen: Es sollte in der Geschichte noch genug geben, von dem die Community keine Ahnung hatte, dass es passieren wird. 

Magnus Knut Hansen ist eine Figur, bei der du zentrale Aspekte der norddeutschen Identität sehr präzise getroffen hast – sodass sich viele darin wiedererkennen können. Gab es deshalb auch Herausforderungen beim Schreiben von Magnus Knut Hansen?  

Charaktere leben ja von ihren Emotionen. Nun sagt man uns Norddeutschen nach, dass sie nicht all zu viel Fühlen. Und hin und wieder mag man auch bei Magnus den Eindruck haben, dass ihn das alles recht kalt lässt. Für ein Buch ist das natürlich eine Herausforderung, aber ich glaube, es ist mir gelungen, seine Gefühle (die wir Norddeutschen sehr wohl haben!), durchblitzen zu lassen. 

Du bist nicht nur Autor, sondern auch Stimme von Magnus Knut Hansen. Wie kam es dazu und wie hast du diesen Prozess der Hörbucherstellung wahrgenommen? 

Auch das habe ich wohl all dem zu verdanken, was vorher online passiert ist. Die Leute haben meine Stimme schon so sehr mit Magnus verknüpft, dass es nach einer kurzen Bedenkzeit für den Verlag und mich klar war: Das muss ich eigentlich selbst machen. Natürlich hätte es viele tolle Sprecher gegeben, die auch wunderbar zu Magnus passen würden. Aber am Ende des Tages war ich da wohl die logische Wahl. 

Und meine Güte, ist es anstrengend, ein Hörbuch einzusprechen! Ich wusste gar nicht, wie viel der Mund und die Zunge dabei zu arbeiten haben. Wer schon immer abends mal mit Muskelkater in der Kiefergegend einschlafen wollte: Sprecht einfach ein Hörbuch ein. 

Mit deinem Roman "Viggo" hast du deine Autorenkarriere offiziell begonnen. Gibt es etwas, das du in den vergangenen sieben Jahren über das Schreiben und Veröffentlichen gelernt hast, das du "2019-Mikkel" gern mitgeteilt hättest? 

Mach das, es wird toll! Du wirst ganz viel Neues lernen, coole Menschen treffen. Eine tolle Ergänzung zu deinem Job in der Games-Branche. Du kannst eigentlich nur gewinnen bei der Nummer. Also was hast du zu verlieren? 

Du warst ja vorher schon künstlerisch aktiv, vor allem in der Gamingbranche. Was macht das Schreiben von Romanen für dich so besonders? 

In der Games-Branche bin ich immer Teil größerer Teams. Beim Schreiben bin ich aber für mich. Nur ich vor dem Schreibtisch mit einer Idee. Ich muss mich (zumindest bis zum Veröffentlichungsprozess) mit niemanden abstimmen, keine Kompromisse eingehen, nicht auf Feedback warten. Das Schreiben ist sehr einsam und damit ein toller Kontrast zu meiner Arbeit in der Games-Branche. 

Nicht nur Magnus Knut Hansen, auch deine zuvor erschienenen Bücher zeichnen sich durch eine humorvolle Note aus. Humor braucht meist ein wenig Übertreibung, ohne ins Lächerliche zu kippen. Wie findest du persönlich die Balance? 

Bei Magnus habe ich mir zum ersten Mal gesagt: Der Witz steht an erster Stelle. Alles andere muss sich dem Unterordnen. Wahrscheinlich ist bei der Balance immer wichtig, ob der Witz im Kontext der Charaktere funktioniert. Würde Magnus so etwas sagen? Joar, wenn es trocken und eher einsilbig ist, schon. Wenn er aber ein halbes Referat hält, das zwar witzig ist, aber nicht zu ihm passt, stimmt die Balance wohl nicht mehr. Aber wie gesagt: Wenn es lustig ist, darf es drin bleiben! 

Warum hast du dich für tolino media entschieden? 

Wegen des Buchhandels! Für mich gibt es nichts Schöneres als in einer Stadt erstmal die Buchhandlung zu besuchen, und zu stöbern. Und dass Leute jetzt bei ihrer Lieblingsbuchhandlung mein E-Book kaufen und diese so unterstützen können, ist doch ein Traum, oder nicht? 

Weitere Informationen zu unserem Autor des Monats, Mikkel Robrahn, findet ihr auf Instagram, TikTok und auf YouTube. Und die fantastischen Illustrationen sind übrigens von der lieben Stella Stupp

Hier findet ihr unsere Autorin des Monats August: Catherine Strefford.

Geschrieben von

Luise Finsterbusch

Luise Finsterbusch arbeitet aktuell als Werkstudentin bei tolino media und studiert nebenher im Master Medienpsychologie. In ihrer Freizeit verkrümelt sie sich gern mit einem guten Buch aufs Sofa und tankt Energie mit einer gesunden Portion Kaffee.

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